10.08.2015

Die Einstellung zum Lebensende ändert sich. Dargestellt am Beispiel des assistierten Suizids

Seit dem Ausgang der Antike galt das Primat der Lebenserhaltung jahrhundertelang absolut. Dies änderte sich erst in den letzten Jahrzehnten, ausgelöst durch den medizinischen Fortschritt und neue Einstellungen und Lebenshaltungen. Neben das Bedürfnis nach Lebensverlängerung treten zunehmend Wünsche nach einem selbstbestimmten Tod. Eine pointierte Form dieses Wunsches ist die Forderung nach dem assistierten Suizid. Radikales Ablehnen dieser Anliegen verhindert, die dahinterliegenden Bedürfnisse zu erkennen, adäquat auf sie einzugehen und dadurch die gesellschaftliche Entwicklung in eine für beide Seiten stimmige Richtung zu lenken. Der vorliegende Artikel berücksichtigt insbesondere die Situation in der Schweiz. Aufgrund seiner Praxis des legalen attestierten Suizids konnten hier Erfahrungen gesammelt werden, die Antworten auf andernorts geäusserte Befürchtungen und Kritiken geben könnten. Da die liberale Haltung gegenüber dem assistierten Suizid weltweit auf dem Vormarsch ist, werden diese Wünsche zukünftig nicht nur für Somatiker, sondern auch für Psychotherapeuten wichtiger werden.

Freidel S (2010) Die sich wandelnde Einstellung zum Lebensende am Beispiel des assistierten Suizids. Medizinethische und psychologische Aspekte. Imagination 1/10.